Zwischen den Zeiten

Zwischen den Zeiten

Frühjahrsprojekt 2017

 


 

01.04.2017, 14:30 Uhr – Hildegard-von-Bingen Seniorenresidenz, Mainz-Laubenheim (Rüsselsheimer Allee 83, 55130 Mainz)

 

01.04.2017, 19:15 Uhr – Kath. Kirche St. Franziskus, Mainz-Lerchenberg (Rubensallee 5, 55127 Mainz)

 

02.04.2017, 18:30 Uhr – Kath. Pfarrzentrum Mainz-Laubenheim (Longchampplatz 4, 55130 Mainz)

– hier mit anschließendem Weinempfang –


 

 


Mit drei Auftritten an zwei Tagen ist das Frühjahrsprojekt 2017 erfolgreich abgeschlossen worden!

Klicken Sie sich durch die Galerie!

 


 


Mathias Stelzer (Horn)

Mathias Stelzer wurde 1996 in Wolfach (Schwarzwald) geboren und begann mit 7 Jahren Horn zu spielen. Ab dem 16. Lebensjahr erhielt er Unterricht bei Heiko Mazurek in Offenburg. Bereits ein Jahr später wechselte er als Jungstudent zu Prof. Will Sanders an die Musikhochschule Karlsruhe, an der er nun sein Musikstudium fortsetzt.

Mathias Stelzer war Mitglied im Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz und ist Preisträger des Wettbewerbs „Jugend Musiziert“ bis zum Bundeswettbewerb. Er besuchte Meisterkurse u.a. bei Prof Hermann Baumann, Prof. Christian Lampert, Prof. Nigel Downing und Prof. Peter Arnold.


 

Zwischen den Zeiten – Informationen zum Programm

Unter diesem Motto gestaltet das Kammermusikensemble Laubenheim in diesem Jahr seine Frühjahrskonzerte. Dabei stehen sich Charaktere der klassischen Epoche gegenüber, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Mit Ludwig van Beethovens (1770-1827) Heiligen Dankgesang eines Genesenen an die Gottheit in der lydischen Tonart, einer orchestrierten Fassung des 3. Satzes des Streichquartett Nr. 15 op. 132, eröffnet ein Werk und ein Komponist das Programm, welcher heute ebenso verehrt ist, wie er zu Lebzeiten umstritten war. Ein Komponist, der- nicht nur musikalisch – seiner Zeit um mindestens 100 Jahre voraus war. Er wird neben Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Haydn als DER Vertreter der Wiener Klassik und Wegbereiter der Romantik bezeichnet, doch sein Kompositions- und Lebensstil, der nach seinem Ableben jahrelang nicht angetastet wurde, verraten: Beethoven war ein Romantiker, wenn nicht sogar Spätromantiker, gefangen in den musikalischen Mitteln der Wiener Klassik.
Mit dem Konzert Nr. 2 Hob.: VIId:4 in D-Dur für Horn und Streichorchester von Franz Joseph Haydn (1732-1809) bringt das Kammermusikensemble den zweiten Vertreter der Wiener Klassik ins Spiel. Als Solist für dieses Musterbeispiel der klassischen 3-sätzigen Solokonzerte konnte man den jungen Hornisten Mathias Stelzer gewinnen. Haydn aber, im Gegensatz zu seinem Kollegen und zeitweise auch Schüler Beethoven, fühlte sich in der Wiener Klassik pudelwohl. Die meiste Zeit seines Schaffens verbrachte er als Hofkapellmeister und -komponist des Fürsten Eszterhazy im ländlichen Eisenstatt (Österreich) oder Eszterhaza (Ungarn) und hatte durch seine isolierte Lebensweise jede Menge Zeit seine Epoche nachhaltig wie kaum ein zweiter zu beeinflussen. Joseph Haydn gilt als der Erfinder des Streichquartetts und der Sinfonie, wie sie später Beethoven etablieren und die die musikalische Ausdrucksform schlechthin bis ins 20. Jahrhundert bleiben sollte. Haydn markiert aber auch eine geschichtliche Übergangszeit. Zu Anfang seiner langen Karriere in der Spätblüte der höfischen Musikkultur, den Fürsten- und Königshäusern als die Heimat des kulturellen Lebens, berühmt geworden, verlagert sich Ende des 18. Jahrhunderts das kulturelle Leben ins Bürgertum und die Auflösung der Hofkapellen machen den Weg frei für große bürgerliche Komponisten, wie Beethoven und später Schubert, Mendelssohn u.v.m.
Im Hauptwerk des Programmes, der Sinfonia XII in g-moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) wird dann das Konzertmotto besonders lebendig. Der gutbürgerliche Komponist Mendelssohn-Bartholdy schrieb im Kindesalter 12 Streichersinfonien, von denen heute die letzte erklingt, welche er mit 12 Jahren schrieb. Experimentell übend vermischte der hochbegabte Junge musikalische Tradition der auslaufenden Klassik mit Kompositionsstilistiken seines absoluten Lieblingskomponisten, des barocken Johann-Sebastian Bach, und die beginnend aufkommende Mode hin zur Frühromantik und erschuf dabei seinen eigenen Stil, der große Vollendung in weltberühmten Oratorien, wie dem Paulus oder Elias fand. Bei kaum einem Komponisten spiegelt sich die Offenheit für die Moderne und die Fortschrittlichkeit des 19. Jahrhunderts und gleichzeitig die Besinnung und Bewunderung vergangener Epochen, gerade des Barocks – Mendelssohn erweckte mit seiner Bach-Revolution die Werke von Bach und Händel wieder zum Leben auf den musikalischen Bühnen und trug wie kein zweiter zum heutigen Verständnis der „klassischen Epoche“ bei – so wieder, wie bei Felix Mendelssohn-Bartholdy, der in seinem kurzen Leben vor allem eins fand: Er stand zwischen den Zeiten.