Welch ein unbeschreibliches Sehnen

"Welch ein unbeschreibliches Sehnen"

Sommerprogramm und Konzerttournee 2017

05.08.2017, 11:30 Uhr – Prien am Chiemsee (83253 Rimsting)

07.08.2017, 20:00 Uhr – Verona (Piazza dei Signori, 37121 Verona, Italien)

08.08.2017, 21:00 Uhr – Sirmione (Piazza San A. Piatti, 25019 Sirmione, Italien)

09.08.2017, 20:30 Uhr – Gardone (Chiesa luterana, Via Vittoriale 4/A, 25083 Gardone)

10.08.2017, 20:30 Uhr – Venedig (Campo Santi Apostoli, 30121 Venezia, Italien)

02.09.2017, 17:00 Uhr – Adventgemeinde Bad Homburg (Feldstraße 71, 61352 Bad Homburg vor der Höhe)

03.09.2017, 17:00 Uhr – kath. Pfarrzentrum Mainz-Laubenheim (Longchampplatz 4, 55130 Mainz)

 


 


 

Impressionen der Konzertreise 2017 nach Bayern und Italien

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Manuel Christ (Kontrabass)

Manuel Christ, geboren 1997, erhielt seinen ersten Instrumentalunterricht im Alter von fünf Jahren im Fach Violoncello. Zwischen 2011 und 2016 nahm Manuel Christ zudem Kontrabassunterricht bei Herrn Norbert Banz am Peter-Cornelius-Konsevatorium Mainz. Darüber hinaus nahm er an einigen Meisterkursen u.a. bei Prof. Waldemar Schwiertz (Leipziger Gewandhausorchester), Prof. Matthew McDonald und Gunars Upatnieks (beide Berliner Philharmoniker), Prof. Peter Pühn (Deutsches Symphonie-Orchester Berlin) und Raimund Adamsky (WDR-Sinfonieorchester) teil.

2012 folgte die Aufnahme in die Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz und Berlin, in welchen er später auch Stimmführer des Kontrabassregisters wurde. Seit 2015 ist Manuel Christ Mitglied des Bundesjugendorchesters, in dem er zuletzt ebenfalls als Stimmführer tätig war.

Kammermusikalisch bildet er sich als Gründungsmitglied im Kammermusikensemble Laubenheim seit 2006 stetig fort.

Beim Wettbewerb „Jugend Musiziert“ erhielt er erste und zweite Preise auf Regional-, Landes- und sogar Bundesebene. Mit dem Streichorchester Alba belegte er 2016 den zweiten Platz des Deutschen Orchesterwettbewerbs auf Bundesebene. Außerdem ist er Stipendiat der Deutschen Stiftung Musikleben.

In seiner jahrelangen Orchesterzeit spielte er unter anderem unter Dirigenten wie Sir Simon Rattle (Berliner Philhamoniker), Justus Frantz (Philharmonie der Nationen), Johannes Klumpp (Folkwang Kammerorchester Essen), Alexander Shelley (Royal Philharmonic Orchestra, Canada’s National Arts Centre Orchestra), Sebastian Weigle (Frankfurter Oper), Karl-Heinz Steffens (Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz), Prof. Gernot Sahler (Mozarteum Salzburg), Ewa Strusinska (Szczecin Philharmonic Orchestra), Hermann Bäumer (Staatsorchester Mainz), Prof. Eiji Oue (Musikhochschule Hannover), Alondra de la Parra (u.a. Filarmónica de México), Gürer Aykal (Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra), Daniel Raiskin (Staatsorchester Rheinische Philharmonie), Nicholas Milton (Saarländisches Staatsorchester), Justus Thorau (Theater Aachen), Stefan Grefig (Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz), Evan Christ (Staatstheater Cottbus) und Prof. Klaus Arp (Musikhochschule Mannheim).

In Partnerprojekten spielte Manuel Christ unter anderem mit den Berliner Philharmonikern, der Rheinischen Staatsphilharmonie und der Philharmonie der Nationen.

Konzerte führten ihn in große Konzerthäuser in Deutschland wie die Berliner Philharmonie, das Konzerthaus Berlin, die Semperoper Dresden, die Staatsoper Hamburg, die Philharmonien in Essen und Köln und das Festspielhaus in Baden-Baden sowie über die Landesgrenzen hinaus nach Polen, Tschechien, Litauen, Lettland, Estland, Österreich, Italien, Türkei und Mexiko.


„Welch ein unbeschreibliches Sehnen“

Dieses Zitat aus dem Künstlerlexikon für Böhmen aus dem 19. Jahrhundert über Dvoraks Streicherserenade gibt dem Sommerprogramm des Kammermusikensembles Laubenheim seinen Namen. Umrahmt von tragischen Werken großer Opernkomponisten wie Mascagni und Puccini entwickelt das ungewöhnliche Concertino für Kontrabass und Streicher von Larsson und vor allem die großartige Streicherserenade von Dvorak ihre „wolkenlose Strahlkraft“.

Mit Giacomo Puccinis (1858-1924) Crisantemi führt das Kammermusikensemble in sehnsuchtserfüllte Klangfarben ein. 1890 komponiert stellt es das einzige kammermusikalische Werk des italienischen Komponisten dar, der vor allem für seine großen Opern wie z.B. La Bohème berühmt wurde. So lag auch der Verdacht nahe, dieses Werk in eine Oper einzubinden, und so unterlegt es in der 1893 entstanden Oper Manon Lescaut die Sterbeszene der Titelheldin. Von Anfang an als Trauermusik in Gedenken an Herzog Amadeo von Savoyen komponiert fehlt dem dreiteiligen Werk jede Tristes und jeglicher Pessimismus, viel mehr verschmelzen die Streicherklänge zu einer sehnsüchtigen Transzendenz.

Das Concerto für Kontrabass und Streicher, op. 45:11 des schwedischen Komponisten Lars-Erik Larsson (1908-1986) erdet das Programm wieder. Larssons 12 Concertini für verschiedene Soloinstrumente mit Streicherbegleitung sind seiner Funktion als Musikprofessor an den Universitäten Stockholm und Uppsala zu verdanken. So entstanden zahlreiche seiner Werke als Lehrwerke für Studenten mit unkomplizierter Begleitung und dennoch ist sein virtuoses Kontrabasskonzert in der Fachliteratur ein gern und häufig gespieltes Werk, da vor allem neben den Konzerten alter Meister wie Carl Ditters von Dittersdorf und Giovanni Bottesini der Kontrabass nicht viele Komponisten zu einer Solokomposition für dieses erstaunlich vielseitige Instrument bewegen konnte. Larsson, der, obwohl er Schüler des berühmten Komponisten für Neue Musik Alban Berg war, fast ausschließlich tonal komponierte, besticht vor allem durch seine Virtuosität in der Solostimme und mitreißender Rhythmik und Melodik im Orchesterapperat.

Das Hauptwerk des Programmes bildet die Serenade für Streicher in e-moll op.22 des Böhmen Antonín Dvorak (1841-1904). Ein Stück, welches – heute wie damals – große Strahlkraft entwickelt. Denn in fast überschwänglicher Begeisterung reagierte die Musikwelt auf die 1875 komponierte Serenade des bis dahin weitgehend unbekannten Dvorak, einem aufstrebenden bescheidenen böhmischen Musikanten aus einfachen ländlichen Verhältnissen, der mit Hilfe eines Künstlerstipendiums seinen Erfolg im musikalischen Zentrum der Zeit Wien suchte. „Von einem so leuchtend blauen, überdies böhmischen Himmel wird die Dvorak-Serenade gleichsam zur Gänze überstrahlt – ein wolkenloses Werk!“ so heißt es in einer zeitgenössischen Kritik zur Uraufführung des Werkes und tatsächlich bedeutete dies den Durchbruch für den damals 34-jährigen Komponisten, der in der Mischung aus folkloristischen Eindrücken seiner Heimat und des Atavismus‘ – einer „Rückentartung“ zu den Kompositionsstilistiken eines Haydn oder Mozart – seinen ureigenen Personalstil gefunden hatte. So ragt dieses fünfsätzige Werk – bis heute eines der meistgespieltesten Werke Dvoraks – aus der Mitte der zahlreichen Kammermusiken dieser Zeit heraus, als „Summe des Wohllauts und der herrlichsten böhmischen Melodien“.

Friedvollen Abschluss des Programms bietet zuletzt das weltberühmte Intermezzo aus der Oper Cavalleria rusticana von Pietro Mascagni (1863-1945). Als instrumentales Zwischenspiel in der ebenfalls 1890 entstanden Oper, welches vor allem durch seine Verwendung in der Filmmusik bekannt wurde (z.B. als Eingangsmelodie in „Wie ein wilder Stier“), untermalt es im Bühnenwerk den Osterfrieden und entlässt den Hörer in der Serenade des Kammermusikensembles Laubenheim unbeschreiblich nach den Weiten italienischer Landschaften sehnen.